Gedichte

 

Schützenfest

Westfalenland zur Sommerzeit, wieder ist es mal soweit,
das die Schützen beizeiten, sich zum Feste vorbereiten.
Dorfkapellen – Musikanten, blasen, flöten, trommeln das die Herzen höher schlagen.

Und ich denk in meinem Sinn, musst doch zum Heimatdörfchen hin.
Fern der Heimat, oh wie schade, sehe ich doch jetzt eine Parade.
Einmal nur in jedem Jahr, ist der Riesenwirbel da.
Von den Großen zu den Kleinen, ist fast alles auf den Beinen.

Fahnen wehen frisch im Wind, alle Leute freundlich sind.
Und mit Hüten diese Schützen, weiße Hosen, das sie blitzen,
haben für nichts anderes Sinn: König neben Königin.

Schön ihr Kleid – es kostet Geld, wichtig für die Damenwelt.
Hört ihr, wie die Musik schmettert, Stimmungsbarometer klettert!
Spielmannszug und Blasverein, können gar nicht besser sein.
Schützenfest am Montagmorgen, Vogel bangt im Kugelfang.

Schuss um Schuss wird abgefeuert, endlich gab`s den letzten Schuss---
man schreit: Neuer König, neues Kleid.
Ob bei Regen oder Hitze, Königspaare, die sind Spitze!
Bis zuletzt ganz unverdrossen, wird mancherorts der „Geck“ noch abgeschossen.

Tanzbein schwingen bis zur Nacht, das Schützenfest war eine Pracht.
In der Halle, wie im Zelt, das ist doch klar, fand wie wir sich manches Paar.
Wenn ich auch nicht mehr dort wohne, denke ich, dass es sich doch lohne.
Bis wir wieder einmal starten --- müssen wir ein Jahr lang warten.

Die Jahreshauptversammlung

Tut nur um Himmelswillen nicht verwundert, wenn etwa zwölf da sind von hundert.
Wohl jeder Verein kennt ja das Bild: Der Oberst schaut gereizt und wild,
im vorbestelltem Saal umher und findet ihn dreiviertel leer.
Zwar tröpfeln noch ein paar herbei, um acht Uhr dreißig noch mal zwei.
Dann aber ist`s endgültig aus: Die große Horde blieb zu Haus!
Jahraus- Jahrein wird reklamiert, der Verein sie mangelhaft geführt.
Denn das sei falsch und dies nicht recht und jenes miserabel schlecht.
Wir kennen es auch einwandfrei,
wo kaum ein Sitzplatz ist noch frei.
Doch dann wenn`s Zeit zum Reden wär, sind alle Meck`rer nirgends mehr.
Dann drücken sich die edlen Helden, statt sich zum offenen Wort zu melden.
Sie ängstigen sich jedes Mal vor einer eventuellen Wahl!
Aufregend sind sie ja zwar nicht, der Jahres- und Kassierbericht.
Doch merkt man, dass da allerhand geleistet wird vom Schützenvorstand.
Und das schon sollte doch genügen, dem Aufgebote sich zu fügen.
Und damit wäre unsere Predigt, für die Schützenmitglieder auch erledigt.

Der Schützenvogel

Jeder Vogel braucht sein Nest. Die Schützen haben`s Schützenfest.
Was gebraucht wird, das muss sein, Schützen und Vögel haben sehr viel gemein.

Wenn der Vogel ist vergeben, beginnt für ihn das Schützenleben.
Er schlüpft zwar nicht aus dem Ei, doch braucht er Helfer mancherlei.

Von großer Wichtigkeit jedoch, ist durch Kern und Mark das richtige Loch.
Damit er sitzt und nicht bange, beim Schießen auf die Vogelstange.

Wenn montags-morgens knall`n die Büchsen, ist`s Vogeltier nicht mehr zu schützen.
Er muss sich jedoch opfern bis zum letzten Rest, das gehört nun mal zum Schützenfest.

So lassen wir, wie schon die Alten, den Schützengeist niemals erkalten.
Wir woll`n den Vogel immer neu gestalten und allzeit gut in Ehren halten.


Auf die Vogelwiese

Auf die Vogelwiese geht der Franz, weil er gern einen hebt,
und bei Blasmusik und Tanz, hat er so viel erlebt.

Das Bier im Zelt war frisch und kühl, darum trank der Franz viel zu viel,
früh am Tag, war er noch frisch, doch abends lag er unter`m Tisch.


Schützenleute

Jubiläumstag ist heute, und wir blicken ganz verwundert, stolz auf ein Jahrhundert.

Frohe und auch schwere Zeiten, eilten durch die Heimatbreiten,
und das Schaffen unserer Ahnen, soll uns voller Ehrfurcht mahnen.

Ihre Fahne, alt, zerschlissen, abgegriffen und zersplissen,
wollen wir im Sinn der Alten, würdevoll in Ehren halten.

Heute tritt die Schützenreihe, an zur neuen Fahnenweihe.
Mag die Fahne uns begleiten, friedvoll durch bessere Zeiten.

Das nach wieder Hundert Jahren, einig, so wie wir es waren,
unsere Kinder durch die Straßen, noch die gleiche Fahne tragen.


Ein Schützenlied

Schützenbrüder, stimmt dieses Lied mit ein, es soll uns`rer Freundschaft äußeres Zeichen sein.
Teufelskerle sind wir, alle Hand in Hand, das Schützen-grün ist unser Band.
Schwenkt nun die Fahnen, alle Schützen sind bereit,
und dann feiern wir 3 Tage ohne Zank und Streit.

Schützenbrüder, stimmt dieses Lied mit ein, wir woll`n immer echte Schützenbrüder sein.
Glaube, Sitte, Heimat, danach leben wir. Und wenn wir dann feiern, gibt`s auch reichlich Bier.
Schwenkt nun die Fahnen, alle Schützenbrüder sind bereit,
und dann feiern wir 3 Tage ohne Zank und Streit.

Schützengedicht

Wenn einmal im Jahr das Schützenfest ist, sind alle willkommen und herzlich gegrüßt.
Die Uniformen der Schützen bringt uns so recht in Schwung, drum wird auch gefeiert, ob alt oder jung.

Und wenn die Musik dann zum Fest erklingt, vergessen wir alles, was Sorgen uns bringt.
Wir heben unsere Gläser und stimmen freudig ein, es ist etwas schönes, ein Musiker und Schütze zu sein.

Wir lieben die Heimat, die Menschen, das Land, erhalten das Brauchtum als kostbarer Pfand.
Du mein Schützenfest, sollst Heimat uns sein. Es ist etwas schönes, hier Musiker und Schütze zu sein.

Westfalenland, du schönes Land, an der Lippe und im Sauerland.
Bist an Feldern und Wiesen gar so reich, ja kein anderes kommt dir gleich.
Oh, du Westfalenland, bist ja in der Welt bekannt.
Ein jeder möchte dich sehn so gern und eilt herbei aus nah und fern.
Schnürt den Rucksack, schnürt die Schuh und dann geht`s mit Musik durch die schöne Natur.
Mitten dann im grünen Wald lockt der schönste Aufenthalt.
Schwarzes Brot und weißer Speck, ei du glaubst nicht, wie das schmeckt
Westfalenländer Mägdelein singen gern und tanzen fein.
Junger Mann, drum brauch Verstand und freie nur im Westfalenland.

 

Ein Mensch

Ein Mensch der sich zu gut erschienen, als Vorstand dem Verein zu dienen,
und der, bequem, sich fern gehalten, die Kasse etwas zu Verwalten,
der viel zu faul war, Schrift zu führen, kriegt einst der Reue Gift zu spüren.

Sein sechzigster Geburtstag naht:  Wo schreitet wer zur Glückwunschtat?
Tut dies am Ende der Verein?
Nur für ein unnütz Mitglied? Nein!
Kein Ständchen stramm, kein Festprogramm, und auch kein Minister- Telegramm.
Kein Dankesgruß der Bundesleitung und keine Zeile in der Zeitung.
Wird etwa gar dünn sein Begräbnis ihm selbst und anderen zum Erlebnis?
Sieht man dortselbst Zylinder glänzen? Schwankt schwer ein Sarg hin, unter Kränzen?
Spricht irgendwer am offenen Grabe, was man mit ihm verloren habe?
Entblößt sich dankbar eine Stirn? Lässt eine Hand im schwarzen Zwirn
auf seinen Sarg die Scholle kollern bei Fahnen senken, Böller bollern? –
An seinem Grab steht nur der Pfarrer und die bezahlten Leichenscharrer.
Der Mensch, der dies beschämend fand, ward augenblicks Vereinsvorstand!


Schützenlied

Wenn die Schützenfahnen wehen geht es uns noch mal so gut,
weiße Hose, schwarze Jacke und ein grüner Schützenhut,
spielt dann die Musik herrliche Lieder, lacht dann die Sonne,
geht es uns ja gut.

Wenn der Frühling wieder kehret und der Vogel baut ein Nest,
freut man sich in den Vereinen auf das kommende Schützenfest.
Dann wehen Fahnen, die Straßen sind geschmückt,
im ganzen Dorf hört man Blasmusik

Reges treiben auf dem Festplatz altes Brauchtum wird gepflegt,
Glaube, Sitte, Heimat, sowie es auf unseren Fahnen steht.
Es wird gefeiert bis in den Morgen, die schönen Stunden fliegen dahin.

In der einen Hand ein Bierglas in der anderen die Wurst,
und so feiert man mit Freunden, wie es auch so seien muß.
So war es immer, so wird es auch bleiben, Zeiten die kommen, Zeiten vergehn.

 

Schützenlied der Nordborch´ner Schützen. Von Helmut Teichler

1. Im Paderborner Land, da Iiegt ein Dörflein klein.

Wo meine Wiege stand, dort möchte ich immer sein.

Und wenn im Monat Mai, das Schützenfest beginnt,

dann bin ich auch dabei, weil wir so fröhlich sind.

2. Der König hat gesiegt, Wählt seine Königin.

Und die er dann gekriegt, sie ist nach seinem Sinn.

Der Oberst gibt Befehl. Die Pferde schwärmen aus

und Hörner klingen hell weit über Hof und Haus.

3. Wir treten alle an mit Eichenlaub geschmückt.

Dem Dorf sieht man es an, dass wir heut ausgerückt.

Die Kompanie marschiert im gleichen Schritt und Tritt

und wenn sie defiliert, singt jedes Mädchen mit.

4. Was bei den Vätern Brauch, dem bleiben stets wir treu,

und darum ist es auch in jedem Jahr neu.

Wir stehen dafür ein, ein jeder Mann für Mann,

wir Schützen im Verein, dass jeder sagen kann:

Wir sind Nordborch´ner Schützen! Hei! Wie die Kugeln flitzen!

Hell kracht der Schuss! Mädchen ihr müsst uns lieben,

Weil wir Euch treu geblieben. Gib mir noch einen Kuss!



Schützenbrüderchen

Ich bin klein, mein Herz ist rein, gern möchte ich ein Schütze sein.

Schütze, wie mein Großpapa! Frisch und fröhlich steh' ich da.

Wenn ich groß bin - wär's gelacht, kauf ich mir 'ne Schützentracht.

Stolz will ich die Tracht dann tragen und das Eichenlaub am Kragen.

Ein Gewehr, mit dem die Luft Kugeln in die Ferne pufft,

und mit dem man treffen kann, so ein Ding schaff' ich mir an.

Werd' ich einmal "König" sein, lad' ich Euch zum Freibier ein,

rufe laut mit voller Kraft: "Hoch lebe die Schützenbruderschaft!"

(Eberhard Poguntke, Nordborchen)
 
Der Fahnenträger

Die Andern fühlen alles an sich rau und ohne Anteil:

Eisen, Zeug und Leder, Zwar manchmal schmeichelt eine weiche Feder,

doch sehr allein und lieblos ist ein jeder; er aber trägt - als trüg er eine Frau -

die Fahne in dem feierlichen Kleide. Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide,

die manchmal über seine Hände fließt. Er kann allein, wenn er die Augen schließt,

ein Lächeln sehn: er darf sie nicht verlassen. Und wenn es kommt in blitzenden Kürassen

und nach ihr greift und ringt und will sie fassen - dann darf er sie abreißen

von dem Stocke als riß er sie aus ihrem Mädchtentum, um sie zu halten

unterm Waffenrocke. Und für die Andern ist das Mut und Ruhm.


(Christoph Rilke)
 
Der Vorstand

"Ein Mensch, der sich zu gut erschienen, als Vorstand dem Verein zu dienen,

Und der, bequem, sich ferngehalten, die Kasse etwas zu verwalten,

Der viel zu faul war, Schrift zu führen, - kriegt einst der Reue Gift zu spüren.



Sein sechzigster Geburtstag naht - wo schreitet wer - zur Glückwunschtat?

Tut dies am Ende der Verein? - Nur für ein unnütz Mitglied? - Nein!



Kein Ständchen stramm, kein Festprogramm, auch kein Ministertelegramm,

Kein Dankesgruß der Bundesleitung, und keine Zeile in der Zeitung.



Wird etwa gar dann sein Begräbnis, ihm selbst und anderen zum Erlebnis?

Sieht man dortselbst Zylinder glänzen? Schwankt schwer ein Sarg hin unter Kränzen?



Spricht irgendwer am offnen Grabe, was man mit ihm verloren habe?

Entblößt sich dankbar eine Stirn? Lässt eine Hand im schwarzen Zwirn

auf seinen Sarg die Schollen kollern - bei Fahnensenken, Böllerbollern?



An seinem Grab stehn nur der Pfarrer und die bezahlten Leichenscharrer.

Der Mensch, der dies beschämend fand, ward augenblicks Vereinsvorstand!"



(Eugen Roth)

 
Kritik des Herzens

Wirklich, er war unentbehrlich! Überall, wo was geschah

Zu dem Wohle der Gemeinde, Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle, Pferderennen, Preisgericht,

Liedertafel, Spritzenprobe, Ohne ihn da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen, Keine Stunde hatt' er frei.

Gestern, als sie ihn begruben, War er richtig auch dabei.

(Wilhelm Busch)
 
Der Wald

Es ist der Wald wie eine Kirche, drum tritt mit Andacht dort hinein,

drin singen Vöglein frohe Lieder, mit Deinem Gott bist Du allein.

Dort fin´st Du Dome, weite Hallen, doch auch Kapellen, groß und klein,

drin laden·mosbedeckte Bänke, zu stillem Anschau´n freundlich ein.

Dort schau Dich um - ringsum im Kreise, wo stolz die Waldesriesen stehn,

Du wirst die Allmacht Deines Gottes an jedem Baum und Strauche sehn.

Du wirst versteh´n der Bäume lispeln, der Vöglein Stimmen ringsumher,

es liegt im Wald ein tiefer Zauber, es stärkt das Herz Dir, wenn es schwer.

Drum, wenn Leid Du willst vergessen, ja selbst erflehen eine Gnad,

geh nur hinein in Waldes Mitten, Du findest stehts den rechten Pfard.

Es stehn die Tore allzeit offen, zu diesem Dom in duft´gen hain;

kannst weinen, beten dort und hoffe, und auch vergessen: tritt nur ein.

Text unbekannt

Vereinslied der Niehorster Schützen

An Lutter und an Lichtebach,·da hör ich ein Lied schallen,

ein Lied von echter Bruderschaft. Das soll mir wohl gefallen.

Wir Schützenbrüder jung und alt geloben stets aufs neue,

in Kameradschaft fest vereint, der Heimat Lieb' und Treue.

Wir wollen nach Westfalenart,·der Scholle eng verbunden,

uns helfend stehts zur Seite stehn in froh'n und trüben Stunden.

Wer zu uns kam aus weiter Fern' und hier die Heimat fand,

dem reichen wir in Treue fest zum Brudergruß die Hand.

Wir Schützen, stets ein lustig' Volk, sind froh zu jeder Stunde

drum ist ein jener, der uns kennt, mit uns in einem Bunde.

Drum laßt uns alle im Verein die Gläser nun erheben.

Ein Dreimal hoch dem Vaterland, für das wir wollen leben.

Text: August Hollmann und Adolf Schmidt
 

Das Druffeler Schützenfest

Zieht Pfingsten in die Lande naht unser Schützenfest ,

dann ist es eine Schande, wer·Druffel dann verläßt.

Was viele, viele Jahre die Väter hab´n gepflegt ,

es jeder treu bewahre, das wird ihm auferlegt

Wer einmal in der Bruderschaft der Druffeler Schützen ist,

Der führet nichts im Schilde, was gegen die Ordnung ist.

Er nehme ohne säumen, am Montag das Gewehr,

Und fängt schon an zu träumen, das er bald König wär´.

Die Königin zur Seite und neben ihm der Thron

ein Horrido auf die Schützen, das ist des Königs Lohn.

Und geht die Zeit zu Ende, so blickt er gern zurück.

Das Königschuß in Druffel, das war mein Meisterstück.

Friedel Pauleickhoff

 
Der Königschuß - pdf· -· Zugesand von Eberhard Poguntke

Das Schützenfest

Es hing an hoher Stange ein Vogel hoch und hehr,

jetzt ist er abgeschossen, die Stange, die ist leer.

Und der ist Schützenkönig, der sich den Vogel schoß

und die ihn fallen sahen, sie sind des Königs Troß.

Ob hoch sie oder niedrig, ob einer arm, ob reich,

bei unserem Schützenfest, da sind wir alle gleich.

Wir lieben unsern König und auch die Königin.

Sie geben alle beide dem Schützenfest den Sinn.

So wie es bei den Vätern in langen Jahren Brauch,

so halten auch die jungen·Schützen dieses auch.

Mit fliegenden Standarten im gleichen Schritt und Tritt,

marschier'n die Kompanien und alle Mädchen mit.

Sie woll'n den König ehren und ehren sich dabei.

Der Strauß an den Gewehren erzählt von Lieb und Treu.

Und wenn nach der Parade das Freibier wieder läuft,

dann war es jammerschade für den, der dann nicht säuft.

Oh Schützenfest im Orte, du machst uns viele Freud,

so schön wie hierzulande find's keiner weit und breit.

Sind wir erst älter geworden schau 'n träumend wir zurück,

dort an der Vogelstange hing unsrer Jugend Glück.

(Helmut Teichler, 1965) Der Schützenkamerad


 
Wer vorn mit freundlichem Gesicht, doch hinterm Rücken schlechtes spricht;

Wer nur den eignen Nutzen kennt, und Dir nicht Deinen Posten gönnt;

Nach oben krummen Buckel macht; Nach unten tritt und höhnisch lacht,
das ist ein schlechtes Luder, bestimmt kein Schützenbruder.

Wer handelt aber - wie ein Freund, der mit Dir lacht und mit Dir weint;

Der gradheraus die Meinung sagt, weil ihm Dein Fehler nicht behagt;

Der trotzdem für Dich geradesteht; Der niemals Treuebruch begeht;

Der nicht allein beim Schützenfest, auch sonst als Mensch Dich gelten lässt:

Der hilft in Nöten, mit Rat und Tat, das ist ein Schützenkamerad!

(Verfasser unbekannt)

 

Das Ehrenamt

Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben!

Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab.

So ein Amt bringt niemals Ehre, denn der Klatschsucht scharfe Schere

schneidet boshaft dir, schnipp schnapp, deine Ehre vielfach ab.

Wie viel Mühe, Sorgen, Plagen, wie viel Ärger musst du tragen,

gibst viel Geld aus, opferst Zeit - und der Lohn? Undankbarkeit.

Drum, so rat’ ich dir im Treuen: Willst du Weib und Kind erfreuen,

soll dein Kopf dir nicht mehr brummen, lass das Amt doch and’ren Dummen!

(Wilhelm Busch)


 
Der Schützenkönig

Sie treffen sich voll Hochgenuss am Schützenplatz zum Vogelschuss,

wie alle Jahre wieder. Sie haben einen ausgeguckt,

den es in den Fingern juckt, der schießt den Vogel nieder.

Sie tragen ihn als König fort, galant ergreift er dann das Wort,

am Himmel zieht kein Wölkchen. Er nimmt sich eine Königin,

es fließt der Sekt, das Bier mit Sinn, zur Musik tanzt das Völkchen.

Der Hofstaat wird gut ausgewählt, die Damen fein heraus geschält

im schönsten bunten Kleide. Die Orden glänzen an der Brust

der Herren, es ist eine Lust und eine Augenweide.

Am Sonntag kommt der Fotograf. Im Halbkreis stellen sie sich brav

Zum Bild für die Geschichte. Das Schützenvolk tanzt Tag und Nacht,

vergisst die Sorgen, klönt und lacht im Dunst von Rauch und Lichte.

Die Zeitung bringt es groß heraus, die Fahne weht vorm Königshaus,

die Kinder fahren Karussell. Am Montag kommt die Prominenz,

erweist dem Throne Referenz, trinkt Dunkles, Wein und Hell.

Bald ist die Zeit des Königs aus, als Bürger geht er nun nach Haus

wie alle kleinen Leute. Als Schütze kommt er dann zurück,

wird wieder Mensch, so Stück für Stück, die Zeit er nicht bereute.

(Uwe Natus, Wewer)